Husten nervt – und doch ist er sinnvoll. Denn der Hustenreflex ist ein wichtiger Abwehrvorgang bei Erkältungen. Fast immer sind es Viren, die Entzündungen der oberen Atemwege hervorrufen und eine Schleimbildung provozieren. Durch das Husten werden die Atemwege gereinigt. Harmlosen Erkältungshusten können Sie mit diesen Mitteln selbst behandeln:
Der typische Reizhusten klingt trocken, rau und kratzig und fühlt sich auch so an. Geben Sie Ihrem Kind reichlich zu trinken, am besten stilles Wasser und Hustentee. Sie können den Tee auch süßen. Honig und Fenchelhonig wirken leicht entzündungshemmend (Vorsicht: Honig eignet sich nicht für Kinder unter einem Jahr).
Auch Heilpflanzen mit Schleimstoffen lindern die Beschwerden. Die Natur hält sie zum Beispiel in Eibisch und Spitzwegerich bereit. In der Apotheke gibt es entsprechende Arzneitees oder Säfte. Bei Husten und rauem Hals können auch entzündungshemmende und leicht antibakterielle Pflanzen wie Kamille und Thymian helfen.
Ab etwa vier Jahren kann Ihr Kind mit heißem Wasserdampf inhalieren, aber bitte nur unter Aufsicht eines Erwachsenen! Darüber hinaus gibt es Lutschtabletten, die die Schleimhäute feucht halten, beispielsweise mit Emser Salz oder Isländisch Moos. Auch abschwellende Nasentropfen können bei Husten helfen, indem sie eine bessere Nasenatmung ermöglichen. Bei quälendem Hustenreiz sind Hustenblocker sinnvoll, die allerdings der Arzt verordnen sollte.
Tipp
Bei Husten die Raumluft feucht halten, etwa mit einem Luftbefeuchter
Aus einem trockenen Husten entwickelt sich häufig schleimiger Auswurf. Arzneimittel, die Wirkstoffe wie Acetylcystein oder Ambroxol enthalten, können den Schleim lösen. Die Medikamente werden vom Kinderarzt verschrieben. Achten Sie bei der Dosierung unbedingt auf die Angaben im Beipackzettel. Lassen Sie Ihr Kind außerdem viel warmen Tee trinken. Zubereitungen mit schleimlösenden Extrakten aus Thymian, Efeu, Primeln oder Süßholz erleichtern das Abhusten.
Zum Arzt gehen Sie bitte, wenn der Husten länger als eine Woche anhält oder das Kind jünger als ein Jahr alt ist. Das gilt auch, wenn Atemprobleme auftreten, Ihr Kind also anfallsweise oder bellend hustet oder sich die Atmung pfeifend anhört. Dahinter können Krankheiten wie Keuchhusten, Pseudokrupp, Asthma oder eine bakterielle Infektion der Atemwege stecken. Das muss der Kinderarzt abklären.
Ralf Schlenger / Baby und Familie;
06.02.2012
Bildnachweis: W&B/Forster und Martin
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